Die Linden werden gestutzt

Erstellt am 04.02.2021

Mit Hilfe von schwerem Gerät wurden in den letzten Tagen die Linden an der Kirche in Lünern gestutzt.

Schade eigentlich, denn sie hatten in den letzten Jahren wieder ein wunderschönes Laubdach entwickelt, in dessen Schatten wir häufig Feste und Gottesdienste gefeiert haben.

Leider ist der Schnitt aber unvermeidbar, wenn wir die Bäume langfristig erhalten wollen. Denn nachdem die Bäume vor vielen Jahren ein erstes Mal geschoren wurden, treiben sie zwar immer recht bald immer wieder aus, aber die jungen Äste und Zweige ordnen sich nicht mehr an die alten Stämme, wie es die ursprünglichen taten. Die Folge wären Wasser-Taschen in den Kronen, Faulstellen und irgendwann ein Auseinanderbrechen der schönen alten Bäume.

So stehen die Linden an der Kirche schon kurz geschoren da. Und nun sind auch die Linden auf dem Friedhof an der Reihe. Im Herbst wird es dort sehr viel weniger Laub geben in diesem Jahr.

Die Linde

Die Linde ist ein ganz besonderer Baum. Sie stand schon im Altertum für Liebe und Schönheit.

In vielen Dörfern und auf Höfen bildet sie den Mittelpunkt. Unter ihr versammelten sich die Menschen, es wurde Gericht gehalten, gefeiert und getanzt. 'Die Linde spricht die Wahrheit‘, heißt es im Volksmund und sie wir in vielen Liedern besungen.

Die Linde ist aber auch der Baum des Friedens. So wurde auf dem Friedhof in Lünern während des ersten Weltkrieges für jeden gefallenen Soldaten aus dem Kirchspiel eine Linde gepflanzt. So steht dort heute ein beeindruckender Hain, der an die viel zu vielen jungen Männer erinnert, die sinnlos dem Krieg geopfert wurden. Eine stetige Mahnung zum Frieden für uns und kommende Generationen.

Auch die Linden auf dem Kirchplatz in Lünern stehen da nicht zufällig. Sie sind Begleiter der Kirche, wie einst die Jünger ihren Freund und Meister Jesus begleitet haben. Wer nun genau genau hinsieht stellt natürlich fest, dass es nur zehn und nicht elf Linden sind, wie es eigentlich sein müsste - ziehen wir Judas einmal ab. Aber nichts ist perfekt und vielleicht dürfen wir die Luther-Eiche vor der Kirche ein wenig als Ersatz dazu zählen.