Pfarrer Gerd Ebmeier verabschiedet sich

Erstellt am 01.02.2021

Abschied aus Hemmerde nach 10 Jahren Gemeinde- und Schulpfarrdienst

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

In den letzten Monaten bin ich häufig gefragt worden, bis wann ich denn noch Pfarrer in Hemmerde sein werde. Mit meinem Artikel möchte ich Ihnen Antwort auf diese Frage geben.

Mein aktiver Pfarrdienst endet am 31. Juli 2021 abzüglich der verbleibenden Urlaubstage. Die Kirchenleitung hat meinem Antrag auf vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand zugestimmt. Der Kirchenkreis, die Schulleitung und das Presbyterium sind auch im Bilde. Meine Verabschiedung aus dem Dienst in unserer Kirchengemeinde wird voraussichtlich am 27. Juni oder am 4. Juli stattfinden. Bis dahin bin ich noch hier und werde meinen Dienst mit Freude tun. Die Entscheidung zum vorzeitigen Ruhestand habe ich mir abgerungen nach viel Beratung. Sie wissen, dass ich meinen Pfarrdienst in Gemeinde und Schule mit Leib und Seele versehen habe. Meine gesundheitliche Situation, wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat, veranlasst mich nun zu diesem Schritt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Ein modernes Kirchenlied hat mich schon in meiner Jugend sehr beeinflusst:
"Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt". Die dritte Strophe beschreibt, was Gemeinde sein im Alltag bedeutet: "Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, muss eine Mannschaft sein, / sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein. / Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht; / wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht. / Und was die Mannschaft auf dem Schiff ganz fest zusammenschweißt / in Glaube, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist. / Bleibe bei uns, Herr, bleibe bei uns, Herr, / denn sonst sind wir allein auf der Fahrt durch das Meer! / O bleibe bei uns, Herr." Wo das gelungen ist in meinem Dienst hier, freue ich mich mit Ihnen. Wo es nicht gelungen ist, bedarf ich wie jede*r andere der Vergebung, Liebe und Gnade Jesu. Doch danke ich Ihnen, dass Sie das mit mir versucht haben, mir mit Offenheit begegnet und mit mir gegangen sind auf dem Weg durch die letzten 10 Jahre. Ich danke allen, die ich begleiten durfte und die mir vertraut haben in schönen und in schwierigen Lebenssituationen. Ich danke allen, die mit mir gearbeitet haben in den Kreisen aller Arbeitsbereiche und Altersgruppen unserer Gemeinde und in der Schule, in den vielen "normalen" und besonderen Gottesdiensten.

Ich danke allen, die im Presbyterium mit mir zusammengearbeitet haben. Über die Gemeinde hinaus danke ich allen in den Vereinen und der Bürgerschaft für die Zusammenarbeit und Wertschätzung. Vor allem aber hoffe ich, dass wir miteinander Freude und Trost in unserem christlichen Glauben erfahren konnten. Die Botschaft von der Liebe Gottes, die Jesus uns bringt, will die Freude am Leben im Glauben und Hoffnung erfahrbar machen. Dazu ruft uns Jesus und will mit uns durch Gottes guten Geist Gemeinde einladend machen, auch wenn nicht alles perfekt ist. Wir haben Gott gerade noch gefehlt, so wie wir sind. Er geht mit und dann sehen wir, was wir zusammen schaffen.

Ich bin auch gefragt worden, wie es weitergeht. Wir fragen beim Abschied von Lebensabschnitten: Was kommt da noch? Eine Gruppe im Presbyterium befasst sich damit, wie es in unserer Gemeinde weiter geht. Die Zusammenarbeit der vier Kirchengemeinden in der Region Unna wird dabei eine immer wichtigere Rolle spielen.

Ich selbst ziehe im Sommer nach Karlstadt am Main. Dort bieten mir meine ökumenische Gemeinschaft OMTH und die evangelische Kirchengemeinde Möglichkeit zu ehrenamtlichem Engagement. Eine schöne Landschaft und der Frankenwein laden zum Wandern und Genießen ein. Ich werde mehr Zeit für Familie und Freunde haben und wir werden uns auch gelegentlich in Hemmerde wiedersehen.

Mit herzlichem Dank für die gemeinsame Zeit und herzlichem Gruß

Ihr Gerhard Ebmeier