Zertifikate beim Kurs 'Demenzbegleitung' der Diakonie

Erstellt am 18.11.2014

Ausgebildet für den Umgang mit demenziell Erkrankten: 17 Ehrenamtliche und Angehörige erhielten ihre Zertifikate aus der Hand von Demenz-Fachmann Jochen Laible (ganz hinten links). Den Gottesdienst leitete Pfarrer Gerhard Ebmeier (vorne links). Foto: drh

„Umgang mit Demenz muss zur Selbstverständlichkeit werden“ Unna-Mühlhausen (drh) – Einige von ihnen haben einen Angehörigen, der an Demenz erkrankt ist, andere möchten sich ehrenamtlich für Erkrankte engagieren: 17 Frauen und Männer aus dem Raum Unna nahmen jetzt an einem Kurs der Diakonie Ruhr-Hellweg teil und erhielten im Rahmen eines Gottesdienstes ihre Zertifikate für den erfolgreichen Besuch von 20 Unterrichtseinheiten mit insgesamt 38 Stunden.

Der Kurs mit dem Demenz-Fachmann Jochen Laible von der Diakonie fand in enger Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Hemmerde-Lünern statt und wurde von der Barmer GEK finanziell möglich gemacht. Informationen zu Ursachen und Krankheitsverlauf der demenziellen Erkrankung, Erleben und Empfinden von Betroffenen, rechtliche Fragen, Ernährung, Alltagsgestaltung und vor allem Umgang und Kommunikation mit Demenzpatienten standen auf der umfangreichen Agenda des Kurses.

Für Jochen Laible ist es bereits der zehnte Kurs, den er im Gebiet des Kirchenkreises Unna anbietet: „Es muss zu einer Selbstverständlichkeit in unserer Gesellschaft werden, mit dieser Krankheit umzugehen und sie anzunehmen“, ist er überzeugt. Den Kursteilnehmern gaben er und seine Mitreferenten neben fundiertem Wissen um die Krankheit viele konkrete Tipps mit auf dem Weg. „Das wichtigste ist Ruhe und Gelassenheit“, sagt Jochen Laible. „Man sollte nicht versuchen, die Betroffenen in unsere Realität zurückzuholen, sondern sie eher so weit es geht gewähren lassen – auch wenn das immer eine Gratwanderung bedeutet.

“ Türen öffnen – Wege finden: Unter diesem Motto stand der Abschlussgottesdienst des Kurses im Philipp-Nicolai-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde Hemmerde-Lünern. Pfarrer Gerhard Ebmeier, der u.a. die Besuchsdienstarbeit der Gemeinde betreut, machte allen Kursabsolventen Mut: „Wo es uns gelingt, die offene Tür zum anderen zu finden, da scheint Gottes Reich auf. Eine Welt, in der geliebt wird, in der Worte gefunden werden, aber auch Schweigen ausgehalten wird.“

Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Kursteilnehmer zum gemeinsamen Essen an einen festlich gedeckten Tisch geladen: ein intensiver Abschluss für eine intensive gemeinsame Zeit, und zugleich Stärkung auf dem Weg zu den Aufgaben, für die der Kurs ausgebildet hat. Einige Absolventen des Kurses stehen ab sofort als Demenzbegleiter im Raum Unna zur Verfügung. Angehörige können sich bei der Diakonie jederzeit melden, die anfallenden Kosten werden in vielen Fällen von den Kassen übernommen.

Der nächste Kurs der Diakonie Ruhr-Hellweg zum Thema Demenzbegleitung ist für Anfang 2015 in Werl geplant. Kontakt: Diakonie Ruhr-Hellweg e.V., Jochen Laible, Tel. (0 23 03) 25024-630, jlaible@diakonie-ruhr-hellweg.de