So viel du brauchst - Kirchentag 2013 in Hamburg

Erstellt am 22.05.2013

Presbyter Ulrich Schmidt besuchte gemeinsam mit Posaunenchorleiter Klaus Dörnemann den Kirchentag. Er berichtet von seinen Eindrücken.                                 

„Soviel du brauchst“ - Als vor zwei Jahren die diesjährige Losung des Kirchentages nach langen Diskussionen formuliert wurde, ahnte wohl niemand, wie aktuell sie einmal sein könnte: Managergehälter, Gewinnmaximierung, Börsenrun, Steuerflüchtlinge, Gier nach mehr sind nur einige Beispiele dazu. Und genau das wurde auf diesem Kirchentag in vielen Veranstaltungen, Gottesdiensten, Andachten, Konzerten und Gebeten thematisiert. Da war für jeden etwas dabei. Und Hamburg, diese offene, sympathische Stadt verstand es, eine hervorragende Gastgeberin zu sein. Selbst das Wetter spielte im rauen Norden mit, und das kam allen Openair-Veranstaltungen gerade recht. Auch der Posaunenchor Lünern war diesmal wieder mit uns zwei Bläsern von Anfang an dabei. Sonne zum Eröffnungsgottesdienst in der HafenCity, klarer Mondschein zum Abendsegen an der Binnenalster und Sonnenschein zum Abschlussgottesdienst im Stadtpark. Und wie schon in Dresden, München und Köln - ohne Blech ging draußen gar nichts. Für uns Bläser waren die Workshops der jungen Komponisten-generation mit neuen Stücken das Highlight des Jahres. Selbst das Kirchentagsmotto auf Platt „Allens, wat du bruukst“ wurde thematisch umgesetzt. Wir schafften es mit 6000 (!) Bläsern auf dem Rathausplatz in einer Serenade diesen Text vor Tausenden von Zuhörern musikalisch zu interpretieren. Aber genauso berührt haben uns auch die musikalischen Begegnungen im Kleinen. Sei es im Wichernhaus während einer viel beachteten Bibelarbeit, oder bei der Gründung eines Spontanchores auf der Straße, oder während des Einsatzes in einem Altenheim vor den Toren Hamburgs. Wir haben viel mitgenommen von diesen Tagen, tiefe Eindrücke von anderen Lebensformen, spirituelle Anregungen, viele neue interessante Impulse zur musikalischen Arbeit, aber auch die feste Überzeugung, dass es mit unserer Kirche weitergeht. Das zeigten uns die vielen jungen Menschen, die diese Tage so friedlich und zuversichtlich mitgestaltet haben. Wir können nur hoffen, dass das Motto des Kirchentages auch Einzug findet in die Diskussionen in unseren Gemeindeteilen, in die Arbeit der Gruppen und in die Predigtinhalte unserer Gottesdienste. „Soviel du brauchst“ oder „Soviel brauchst du“, es kommt -wie so häufig - auf die Details an.

Ulrich Schmidt