Welche Popularmusik braucht die Gemeinde? Tagung in Witten am 29. und 30. Januar

Erstellt am 03.02.2020

"Ist in unseren Lampen genug Öl für das "Dunkel dieser Welt"?" (Dr. Stephan Reinke)

Am 29. und 30. Januar fand im Lukaszentrum der Creativen Kirche e.V. in Witten eine Tagung zum Thema "Praise ´n´Worship, NGL & Co. - Welche Popularmusik braucht die Gemeinde?" statt. Eingeladen waren alle Interessierten aus Musik, Theologie und Kirche und über 100 Personen hatten sich angemeldet: von Bielefeld bis Lüdenscheid und über die landeskirchlichen Grenzen hinweg kamen neben PfarrerInnen und hauptamtlichen MitarbeiterInnen (OrganistInnen, KantorInnen) auch ehrenamtliche MusikerInnen zu dieser überkonfessionellen Veranstaltung und auch Sabine Neurath und ich folgten dieser Einladung.

In vielen Kirchengemeinden haben sich neben Chorälen auch Neue Geistliche Lieder (NGL), Gospels und Songs aus dem Bereich "Praise and Worship" etabliert. Während der Tagung beschäftigten wir uns in Impulsvorträgen und verschiedenen Workshops mit der Veränderung des Gemeindegesangs in den letzten Jahrzehnten: Woher kommen die neuen Lieder und Stile, was transportieren sie in Text und Musik, wie verändern sie den Gottesdienst? Selbstverständlich wurde viel gesungen und es klang wunderbar, wenn über 100 musikalisch geschulte Menschen gemeinsam ihre Stimme erhoben.

Die Liste der geladenen Referenten war lang und exklusiv: Autoren, Musikjournalisten, Singer-Songwriter, ein Landeskirchenrat und ein Professor der Hochschule für Kirchenmusik aus Herford-Witten sind nur einige, die mit Vorträgen und Musikstücken diese Tagung erfolgreich und gewinnbringend für alle gestalteten.

In der Ausbildung von Kirchenmusikern findet eine Veränderung statt: Kirchliche Popularmusik wird Gegenstand des Studiums und KantorInnen können explizit für dieses Thema vom Kirchenkreis z.B. als Pop-KantorIn eingestellt werden. Die Hinwendung zu verschiedenen Musikgenres (Pop, Rock, Jazz, HipHop, Rap usw.) und die Wertschätzung und Aktzeptanz dieser Richtungen hielten alle Teilnehmer für unabdingbar, um Kirche auch in Zukunft zu öffnen. Die Unterstützung der verschiedenen Musikgruppen in den Gemeinden ist die Aufgabe der hauptamtlichen KirchenmusikerInnen und wird in vielen Kirchenkreisen und Gemeinde bereits gelebt.

Das neue geistliche Liedgut hält ganz langsam auch in unserer Kirchengemeinde Einzug. In besonderen Gottesdiensten und Andachten, während der Familien- und Kindergottesdienste werden diese Lieder schon häufiger gesungen und u.a. auch vom Projektkreis Musik begleitet - und es ist schön. Das Liederbuch "Zwischen Himmel und Erde" liegt immer häufiger neben dem dicken Gesangbuch in der Kirchenbank. Texte, die die Menschen von heute verstehen und berühren liegen gleichbedeutend neben Texten, die Menschen vor Jahrhunderten berührten. Eine schöne Aussicht für die Entwicklung des Gemeindegesangs.

 Martina Hitzler