Gedenkveranstaltung am 18. November in der Kirche Hemmerde

Erstellt am 19.11.2018

100 Jahre und (k)ein bisschen weise?

Die Schlacht bei Saarburg
Die Erde verschimmelt im Nebel.
Der Abend drückt wie Blei.
Rings reißt elektrisches Krachen
und wimmernd bricht alles entzwei.
Wie schlechte Lumpen qualmen
die Dörfer am Horizont.
Ich liege gottverlassen
in der knatternden Schützenfront.

Viel kupferne feindliche Vögelein
surren um Herz und Hirn.
Ich stemme mich steil in das Graue
und biete dem Morden die Stirn.

(Alfred Lichtenstein)

Alfred Lichtenstein starb mit 25 Jahren, wie zehntausende junger Männer, während der Kämpfe des ersten Weltkrieges. Eines seiner expressionistischen Gedichte "Die Schlacht bei Saarburg" wurde als Beispiel für all das Leid und die Verzweiflung auf den Feldern dieses "großen Krieges" vorgetragen.

Zur Gedenkveranstaltung zum Ende des Ersten Weltkrieges in den Unnaer Ostdörfern trugen verschiedene Akteure Texte, Briefe, Gedichte, Gesangs- und Musikstücke auf der Orgel bei - ein würdiger Rahmen für einen solchen Gedenktag!

Jochen Engelhard von Nathusius stieg ein mit einer Darstellung zu den geschichtlichen Zusammenhängen und Verhältnissen zum Ende des Ersten Weltkrieges vor Ort. Auszüge aus Predigten von Pfr. Schulze-Neuhoff wurden vorgelesen, Worte von Pfr. Panhoff jr. zum Kriegsbeginn aus der Chronik der Kirchengemeinde.

Von Vivaldi über Bach kamen verschiedene Musikstücke zum Vortrag: Cordula Boy, Gesang und Martina Illian und Norbert Zöller an der Kirchenorgel.

Nach einer abschließenden Betrachtung "Seid wachsam" von Walter Bauer vorgetragen von Peter Budde endete eine berührende Veranstaltung in einem würdigen Rahmen mit gemeinsamen Gesprächen, der Besichtigung der kleinen Ausstellung bei einer Tasse Kaffee.

Wir danken allen, die an der Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung mitgewirkt haben: Cordula Boy, Peter Budde, Cornelius Blanke, Gerhard Ebmeier, Martina Illian, Lisa Meininghaus, Andreas Krüger, Matthias Kuckhoff, Tobias Pehle, Jochen Engelhard von Nathusius und Norbert Zöller