Gott spricht: Tröstet mein Volk

Erstellt am 09.12.2020

 

Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott.

Es ruft eine Stimme:

In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg,

macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!

Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden,

und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden;

denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden,

und alles Fleisch miteinander wird es sehen;

denn des HERRN Mund hat's geredet.

Jes. 40, 1 -4

 

Wir warten.

Ich denke, wir alle haben den Advent schon lange nicht mehr so intensiv als Zeit der Erwartung erlebt.

Wir warten auf das Ende der Corona-Epidemie.

Wir warten auf den Impfstoff.

Wir warten auf das Ende des Logdown.

Wir warten auf sinkende Infektionszahlen.

Wir warten darauf, dass wir uns endlich wieder frei bewegen können.

Wir warten auf liebe Angehörige.

Wir warten, dass wir uns wieder in den Arm nehmen dürfen.

Wir warten auf Weihnachten.

Weihnachten ist auf ganz neue Weise zur Zeit der Verheißung geworden:

Treffen, immerhin vielleicht in der Familie.

Keine großartigen Gottesdienste, aber doch zumindest kleine Feiern.

Weihnachtsbäume und Hoffnung auf das neue Jahr.

Tröstet mein Volk, spricht Gott, durch den Propheten Jesaja. Die Leidenszeit ist bald vorüber.

Selten haben sich diese Worte für mich so unmittelbar mit unserer eigenen Situation verbunden.

Die Weihnachtsbotschaft wurde von den Engeln in der dunklen Nacht verkündet.

Und da wo Finsternis, Angst und Verzagtheit war, wurde es hell, Menschen brachen auf und der Jubel über das neue Leben in dem kleinen Stall wurde laut und verbreitete sich.

Weihnachten ist nicht heile Welt. Weihnachten ist mehr als drei Tage Beschaulichkeit.

Weihnachten ist die Botschaft vom Kommen Gottes mitten in unsere oft so beklemmende und bedrohliche Welt. Weihnachten setzt sich mit der Welt auseinander so wie sie wirklich ist. Weihnachten hält aber gerade deshalb die Hoffnung offen, dass es Erlösung geben wird.

Das Dunkel wird nicht ewig bleiben.

Deshalb ruft uns der Prophet dazu auf, nicht untätig zu bleiben. Versteckt euch nicht einfach.

Bringt zurecht, was verkehrt ist. Lasst euch erinnern, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein könnte und sollte.

Gott kommt und wird sie zurecht bringen und alle werden es sehen.

Dann hat das Warten ein Ende.

Pfarrer Volker Jeck