Recht auf freie Rede - Kirchengeschichte und Konfessionskampf in Hemmerde

Erstellt am 12.09.2017

Recht auf freie Rede - Kirchengeschichte und Konfession in Hemmerde ist der Titel der Ausstellung, die die Evangelische Kirchengemeinde Hemmerde-Lünern anlässlich des Lutherjahres in der evangelischen Kirche in Hemmerde zeigt.

Die Ausstellung veranschaulicht die örtliche Kirchengeschichte mit ihren Auseinandersetzungen innerhalb der Konfessionen, deren zentralen Streitpunkte die Nutzung des Kirchengebäudes und die Freiheit zu predigen waren. Das Predigtrecht oder anders das "Recht auf freie Rede" ist auch der Leitgedanke oder rote Faden der Ausstellung.

Bereits 1570 trat der größte Teil der Bevölkerung zum Luthertum über. Die Lutheraner als größere Gruppe beanspruchten die Kirche für sich und verweigerten den Katholiken das Recht auf Predigt. Streit war somit vorprogrammiert. Im 17. und 18. Jahrhundert kam es dann zu anhaltenden Streitigkeiten zwischen den Gemeinden, die erst durch den Anbau des sogenannten "Kapellchens" an das katholische Pfarrhaus endeten.

Jedoch lebte der Streit um Kirche und Predigtrecht zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder auf. Die Kirche wurde "ein Ort der handfesten Dorf- und Konfessionspolitik" mit Tumulten und Verhaftungen. Der Bau der katholischen Schule und das 1808 genehmigte Simultaneum verschärften den Streit, der erst mit der Weihe der katholischen Kirche endete.

Der Weg zu einer freien, friedlichen Ausübung des Glaubens war lang. Die Ausstellung zeigt die wechselvolle Kirchengeschichte Hemmerdes in verschiedenen Abschnitten mit Bildern, Fotografien, Leihgaben aus den Gemeinden und Reproduktionen: beginnend bei der Schenkung des Patronatsrechts, über Reformation und Gegenreformation bis hin zum großen Kirchenkampf in der Amtszeit Pfarrer Simons, der mit der Weihe der katholischen Kirche endete. Ansichten der Kirche im 20. Jahrhundert und Pressenotizen zu Kirchenkampf, Kirchengebäude und Altar führen in die Gegenwart, die mit Bildern gemeinsamer Aktionen dokumentiert wird.

Petra Watermann

Öffnungszeiten der Ausstellung: 15. September bis 31. Oktober 2017 von 15:00 - 18:00 Uhr

Kuratorin: Petra Watermann

Sachkundiger u. ehrenamtliche Einsatz: Matthias Kuckhoff, Andreas Krüger

Ort: Evangelische Kirche Hemmerde

Führungen zur Ausstellung können im Kirchenbüro vereinbart werden
Telefon: 02303 539416

Freirede

Tumba von Mark-Fröndenberg