Das mittelalterliches Markttreiben wurde zum großen Volksfest für alle

Erstellt am 30.10.2017

Hunderte von Menschen aus Hemmerde und aus der weiten Region fanden ihren Weg zum Kirchplatz um sich hier ein wenig in die Zeit der Reformation Martin Luthers versetzen zu lassen.

Eine Andacht eröffnete den Nachmittag. In der voll besetzten Kirche wurde der große Konflikt jener Tage beispielhaft dargestellt. Zwei Marktfrauen hörten die lutherische Botschaft von der freien Gnade Gottes, aber Vertreter der alten Kirche versuchten den protestantischen Prediger zum Schweigen zu bringen. Erst fürstliches Einschreiten verhinderte das bewaffnete Vorgehen gegen die freie Predigt.

Und so konnte das fröhliche Markttreiben auf dem Kirchpatz beginnen. Überall boten Marketender in historischen Kostümen ihre Waren an oder zeigten ihre handwerkliche Kunst, etwa als Seiler oder Scherenschleifer. Gaukler erfreuten mit ihrem Können.

Die ‘Ritterschaft der Wolfskuhle’ hatte ihre Zelte hinter der Kirche aufgeschlagen, zeigten zeitgenössische Kostüme, Altagsgegenstände und Rüstungen und verkauften nicht ganz ernst gemeinte Ablassbriefe.

Kinder konnten sich mittelalterlich kleiden und ausrüsten lassen.

Bezahlt wurde mit den guten alten Kupferstücken. Zu trinken gab es Met und den Saft des Apfels, des sauren Krautes oder der Traube.

Mitten drin aber stand Martin Luther selbst, dargestellt von Pfr. Dirk Heckmann, und lud die Menschen ein, ihre eigenen Thesen an die eigens mitgebrachte Tür der Schlosskirche zu hämmern, was viele auch gerne taten. Als schwer Bewaffnete unter Führung von Anhängern des Bischofs kamen und ihn daran hindern wollten, hob ein mächtiger Gesang an unter dem versammelten Kirchenvolk. Mit dem Choral ‘Ein feste Burg ist unser Gott’ wurde Luther frei gesungen und die bewaffneten Ritter vertrieben.

Einen großen Dank an alle Akteure von CVJM, Vereinen und Kirchengemeinde rund um die Jugendreferentin Ulrike Faß, die dieses Fest in den letzten Wochen in akribischer und liebevoller Kleinarbeit vorbereitet haben.